Digitale Barrierefreiheit wird häufig als Spezialthema betrachtet.
Oder als reine gesetzliche Verpflichtung.
Dabei zeigen zahlreiche Studien seit Jahren:
Barrierefreiheit verbessert nicht nur Zugänglichkeit – sondern oft auch Usability, Conversion, Reichweite und Nutzerzufriedenheit.
Accessibility betrifft deshalb nicht nur einzelne Nutzergruppen.
Sie beeinflusst die Qualität digitaler Produkte insgesamt.
Dieser Artikel fasst wichtige Erkenntnisse aus Studien, Untersuchungen und Branchenanalysen rund um digitale Barrierefreiheit zusammen.
Warum Studien zu Accessibility wichtig sind
Viele Diskussionen über Accessibility basieren auf Annahmen:
- „Das betrifft nur wenige Menschen.“
- „Das ist zu teuer.“
- „Das brauchen wir später.“
- „Das schränkt Design ein.“
Studien helfen dabei, Accessibility greifbarer zu machen:
- mit Zahlen
- mit Nutzerverhalten
- mit realen Auswirkungen
- mit wirtschaftlichen Effekten
Der „Click-Away Pound“: Wenn Nutzer einfach abspringen
Eine der bekanntesten Studien zur wirtschaftlichen Bedeutung digitaler Barrierefreiheit ist der:
Click-Away Pound Survey
Die britische Studie untersucht seit Jahren, wie Menschen mit Einschränkungen Online-Shopping erleben – und welche Folgen schlechte Accessibility für Unternehmen hat.
Die Ergebnisse sind deutlich.
Milliardenverluste durch schlechte Accessibility
Laut der Click-Away Pound Studie 2019 verlassen rund:
- 69 % der Menschen mit Zugangshürden
- Webseiten mit Accessibility-Problemen sofort wieder.
Die geschätzte wirtschaftliche Auswirkung:
£17,1 Milliarden verlorener Umsatz pro Jahr allein in Großbritannien.
Bereits die Studie von 2016 sprach von:
£11,75 Milliarden verlorenem Umsatz.
Das zeigt:
Nicht zugängliche Produkte schließen nicht nur Menschen aus – sondern auch potenzielle Kunden.
Nutzer wechseln zu barriereärmeren Alternativen
Die Studien zeigen außerdem:
Menschen mit Zugangshürden bleiben oft bewusst bei Plattformen, die besser nutzbar sind.
83 % der Befragten gaben an, bevorzugt Websites zu nutzen, die sie bereits als zugänglich kennen.
Noch interessanter:
Viele Nutzer akzeptieren sogar höhere Preise, wenn die Nutzung einfacher und zugänglicher ist.
Accessibility wird damit zu einem echten Wettbewerbsfaktor.
Die häufigsten Probleme laut Click-Away Pound
Die Studien zeigen immer wieder ähnliche Barrieren:
- überladene Seiten
- schlechte Navigation
- unklare Formulare
- schlechte Lesbarkeit
- fehlende Tastaturbedienung
- Probleme mit Screenreadern
- störende Animationen
- schlechte Kontraste
Auffällig dabei:
Viele dieser Probleme verschlechtern gleichzeitig die allgemeine User Experience.
Barrierefreiheit betrifft deutlich mehr Menschen als oft angenommen
Eine wichtige Erkenntnis vieler Studien:
Accessibility betrifft nicht nur eine kleine Minderheit.
Menschen erleben Barrieren:
- dauerhaft
- temporär
- situationsbedingt
Permanente Einschränkungen
Zum Beispiel:
- Blindheit
- Sehschwächen
- motorische Einschränkungen
- Hörbehinderungen
Temporäre Einschränkungen
Zum Beispiel:
- gebrochener Arm
- Augenoperation
- Konzentrationsprobleme
- Müdigkeit
Situative Einschränkungen
Zum Beispiel:
- Sonne auf dem Display
- Nutzung mit einer Hand
- laute Umgebung
- schlechte Internetverbindung
Viele Accessibility-Prinzipien helfen deshalb deutlich mehr Menschen als ursprünglich angenommen.
Studien zeigen: Viele Websites bleiben schwer nutzbar
Untersuchungen wie der:
WebAIM Million Report
zeigen seit Jahren ähnliche Probleme auf Millionen Websites:
- fehlende Alternativtexte
- schlechte Kontraste
- unklare Formulare
- fehlerhafte Überschriftenstruktur
- fehlende Labels
Viele dieser Probleme wären technisch relativ einfach vermeidbar.
Gute Accessibility verbessert Conversion
Mehrere UX- und E-Commerce-Studien zeigen:
Barriereärmere Interfaces führen oft zu besseren Conversion-Raten.
Warum?
Weil gute Accessibility häufig bedeutet:
- weniger Frustration
- klarere Prozesse
- bessere Orientierung
- verständlichere Inhalte
- geringere kognitive Belastung
Das hilft nahezu allen Nutzern.
Verständlichkeit reduziert Abbrüche
Forschung zu kognitiver Belastung zeigt:
Menschen erfassen Inhalte besser, wenn Interfaces:
- visuell ruhig
- klar strukturiert
- konsistent
- verständlich formuliert
sind.
Accessibility fördert genau diese Eigenschaften.
Gute Kontraste helfen fast allen
Studien zur Lesbarkeit zeigen:
Gute Kontraste verbessern:
- Lesegeschwindigkeit
- Orientierung
- mobile Nutzung
- Fehlererkennung
Nicht nur für Menschen mit Sehschwächen.
Zum Beispiel auch:
- bei Sonnenlicht
- auf schlechten Displays
- bei Müdigkeit
- unter Stress
Untertitel werden viel häufiger genutzt als gedacht
Untersuchungen zu Videonutzung zeigen:
Untertitel werden nicht nur von gehörlosen Menschen genutzt.
Sondern auch:
- unterwegs ohne Ton
- in öffentlichen Verkehrsmitteln
- beim Sprachenlernen
- beim schnellen Konsum von Inhalten
Accessibility-Features werden dadurch oft Mainstream-Features.
Accessibility verbessert SEO
Viele Accessibility-Maßnahmen verbessern gleichzeitig:
- semantische Struktur
- Inhaltsverständlichkeit
- HTML-Qualität
- Navigierbarkeit
Und damit häufig auch die Auffindbarkeit über Suchmaschinen.
Einige Unternehmen berichten nach Accessibility-Optimierungen sogar von:
- besserem Ranking
- geringeren Absprungraten
- längerer Verweildauer.
Accessibility reduziert Support-Aufwand
Branchenanalysen zeigen:
Schlecht nutzbare Interfaces erzeugen:
- mehr Rückfragen
- mehr Support-Tickets
- mehr Unsicherheit
- mehr Kaufabbrüche
Barriereärmere Produkte reduzieren diese Probleme oft deutlich.
Accessibility verbessert mobile Nutzung
Viele Accessibility-Prinzipien überschneiden sich direkt mit Mobile UX:
- große Touchflächen
- klare Navigation
- einfache Sprache
- reduzierte Komplexität
Deshalb fühlen sich barrierefreie Interfaces häufig intuitiver an.
Studien zeigen wirtschaftliche Vorteile
Die Summe vieler Studien zeigt:
Accessibility verbessert oft:
- Reichweite
- Conversion
- Kundenzufriedenheit
- Markenwahrnehmung
- SEO
- Produktqualität
Accessibility ist deshalb nicht nur soziale Verantwortung.
Sondern häufig auch wirtschaftlich sinnvoll.
Accessibility ist kein Randthema
Die Forschung zeigt immer deutlicher:
Barrierefreiheit beeinflusst:
- UX
- Produktqualität
- Conversion
- Kundenzufriedenheit
- Vertrauen
- digitale Teilhabe
Digitale Barrierefreiheit ist deshalb kein isoliertes Spezialgebiet.
Sie ist ein zentraler Bestandteil guter digitaler Produkte.
Fazit
Studien wie der Click-Away Pound Survey zeigen eindrucksvoll:
Schlechte Accessibility kostet nicht nur Nutzerfreundlichkeit – sondern auch Vertrauen, Reichweite und Umsatz.
Barrierefreie Produkte helfen nicht nur einzelnen Nutzergruppen.
Sie verbessern häufig:
- Klarheit
- Verständlichkeit
- Orientierung
- Robustheit
- Nutzerzufriedenheit insgesamt
Accessibility ist deshalb weit mehr als Compliance oder gesetzliche Pflicht.
Sie ist ein Qualitätsmerkmal guter User Experience.


