Eventplanung

Accessibility Ideathon

Ein dreitägiger „Ideathon“ (abgeleitet von „Hackathon“) mit dem Ziel barrierefreie digitale Lösungen zu entwickeln und dem strategischen Ziel, aufmerksam auf das Thema „Barrierefreiheit“ zu machen.

Gemeinsam Ideen für die digitale Barrierefreiheit entwickeln

Mitten in der Corona-Pandemie stand ich vor der Herausforderung, das strategische Ziel zu erreichen, mehr Aufmerksamkeit für das Thema der „digitalen Barrierefreiheit“ zu bekommen. Durch die eigene Teilnahme an einem Hackathon, nutzte ich dieses Format, um alle Mitarbeitende unternehmensweit intern an einem sog. „Ideathon“ mitzuwirken. Der Begriff „Ideathon“ ist von „Hackathon“ abgeleitet – mit dem Ziel, Ideen zu für verschiedene Problemstellungen zu finden. Dafür entwickelte ich ein Eventkonzept und stellte ein Eventteam zusammen.

Das Konzept

Die Ausgangslage

In Deutschland leben knapp 10 Millionen Menschen mit einer Form einer körperlichen oder kognitiven Schwerstbehinderung. Mindestens 10 % der Bevölkerung ist von einer Form der Legasthenie betroffen. Dazu kommen die altersbedingten motorischen und kognitiven Einschränkungen, die mit zunehmender Lebenserwartung immer mehr an Präsenz gewinnen. Bis zum Jahr 2050 wir die Lebenserwartung auf durchschnittlich 85 Jahre geschätzt. Die Arten von Einschränkungen in jeglicher Form sind vielfältig. Jeder hat in seinem Bekanntenkreis jemanden, in irgendeiner Form eine Einschränkung erlebt.

Unser Leben wird zunehmend digital – ob es das Buchen eines Arzttermins online oder der Ikea-Einkauf per Click & Collect ist. Digitale Medien helfen uns im Alltag und werden sich in Zukunft immer mehr nahtlos in unser Leben integrieren.

Doch dieser Wandel wirft auch Fragen auf: Welche Rolle spielen Menschen mit Einschränkungen in unseren täglichen Business-Entscheidungen? Setzen wir schon wirklich alles dafür ein, dass niemand auf der Reise in die digitale Zukunft zurückgelassen wird? Bewegen wir uns in einem Tempo, bei dem auch jeder mitkommt? Sorgen wir dafür, dass auch Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen Zugang zu unseren Produkten bekommen?

Das Ziel Accessibility Ideathon

Wir wollen Bewusstsein und Empathie für das Thema „Accessibility“ schaffen. Der Ideathon soll motivieren, Lösungen zu finden. Er soll Abteilungen zum Austausch bewegen und Synergien bilden – und so eine gemeinsame Strategie ermöglichen. Wir setzen ein Zeichen – dafür, dass wir Menschen miteinander verbinden wollen. Egal, ob mit oder ohne körperliche Einschränkung oder Behinderung.

Wir wollen das Risiko der Diskriminierung wegen einer Behinderung auf unseren digitalen Touchpoints messbar verringern – innerhalb eines halben Jahres. Das trägt dazu bei, dass wir uns an die gesetzlichen Vorgaben (European Accessibility Act, Art. 3 GG, Abs. 3) halten und somit das Risiko einer Abmahnung auf Grund von Diskriminierung verringert wird. Darüber hinaus halten wir unser Versprechen, niemanden auf dem Weg in die digitale Zukunft zurück zu lassen und uns für „Diversity & Inclusion“ einzusetzen.

Zielgruppen: Jeder Mitarbeiter (inkl. ExCo) der Vodafone GmbH, Nicht-Vodafone-Mitarbeiter über Social Media Kanäle und Kollegen aus anderen Ländergesellschaften.

Drei Tage, drei Challenges, ein Ziel – Inklusion für alle

Challenges sind als Aufgaben zu verstehen, die ein Team während des Ideathon
bearbeitet. Während des Ideathon werden wir uns mit drei Themen beschäftigen:
Barrierefreies Online-Shopping, Barrierefreier Self-Service, 
Nutzung digitaler Lösungen im Retail-Shop.

Die Challenges im Detail

Challenge 1: Barrierefreies Online-Shopping

Wie können wir gewährleisten, dass sich jeder Kunde in unserem Online-Shop zurechtfindet und unsere Produkte versteht? Wie sieht ein barrierefreier Verkaufsfluss aus, wenn ein Tarif mit Smartphone bestellt wird? Konzipiert ein barrierefreies Verkaufs-Szenario aus dem Alltag unserer Kunden – von der Startseite bis in den Kassenbereich.

Challenge 2: Barrierefreier Self-Service

Wie schaffen Wir es komplizierte technische Schritte einfach zu klären, sodass diese von Jedem, ob blind, taub oder kognitiv eingeschränkt, gemeistert werden können? Konzipiert ein barrierefreies Self-Service-Szenario aus dem Alltag unserer Kunden.

Challenge 3: Nutzung digitaler, barrierefreier Lösungen im Retail-Shop

Wie können wir digitale Medien mit der Offline-Welt verknüpfen? Welche Möglichkeiten kann Shop-Mitarbeitern an die Hand gegeben werden, ohne dabei extrem kompliziert zu sein und enorme Kosten zu verursachen? Konzipiert ein digitales Hilfsmittel für unsere Shop-Mitarbeiter, um eine barrierefreie Kommunikation zu gewährleisten.

Die Jury

  • Leander Palleit
    UN-Monitoring-Stelle für die UN-Behindertenrechtskonvention
  • Claudia Middendorf
    Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit Behinderung in Nordrhein-Westfalen
  • Roman Poryadin
    Referent für Öffentlichkeitsarbeit bei dem Stadtverband der Gehörlosen Düsseldorf
  • Michael Hippmann
    Abteilungsleiter UX & Editorial – Vodafone GmbH
  • Uwe Bombosch
    Abteiulungsleiter Consumer Data Science – Vodafone GmbH
  • Gérard Lüdecke
    1. Schwerbehindertenvertrauensperson – Vodafone GmbH

Die Ergebnisse

Die Ergebnisse werden der Jury vorgestellt, die dann die innovativste und kreativste Idee auswählt und den Gewinner des Ideathon bestimmt. Das Gewinnerteam hat die Wahl, an welche gemeinnützige Organisation gespendet werden soll, die sich für Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen oder gegen Diskriminierung einsetzt.

Eindrücke

Arbeitsgruppe: League of Accessibility

Ein Ergebnis des Accessibility Ideathon war das Entstehen einer abteilungsübergreifenden Arbeitsgruppe mit dem Titel „League of Accessibility“. Diese Arbeitsgruppe besteht nach wie vor und kümmert sich weiterhin um weitere Maßnahmen zur Steigerung des Reifegrads für Barrierefreiheit.